Die Mode der sechziger Jahre

Die "Wilden Sechziger Jahre" waren nicht nur gesellschaftlich und politisch eine Zeit von Umbruch, Revolution und Freiheit. Die aufrührerische Stimmung des Jahrzehnts spiegelte sich auch ganz deutlich in der Entwicklung der Mode der 60er Jahre wieder. Zahlreiche Jugendbewegungen und musikalische Subkulturen von Beatnicks über Mods und Hippies entstanden und brachten jeweils eigene äußere Erkennungszeichen hervor aber auch der Mainstream der Jugend sowie die Erwachsenen standen zunehmend unter dem Einfluss und Erlebnis der neuen Popkultur.

Prominente wurden zu Stil-Ikonen erhoben und man orientierte sich am Aussehen und Auftreten von Stars wie Brigitte Bardot, den Beatles, The Who, Twiggy aber auch Jaqueline Kennedy.


Ob Farben, Stoffe, Schnitte oder Muster und Frisuren, alle Aspekte der Kleidung und des Stylings ließen erkennen: es war etwas in Bewegung.

In der klassischen Modehauptstadt Paris entdeckten Modeschöpfer wie Yves Saint Laurent, den Markt außerhalb der High Society. Neben der Haute Couture, die sich nur ein ganz elitärer Kreis leisten konnte, entwarf er nun Pretaporter-Kleidung zu erschwinglicheren Preisen und damit wurde die Designer-Kleidung quasi demokratisiert.

Im Swinging London erfand Mary Quant den Minirock und ließ damit die Rocksäume international 10 cm über das Knie rutschen, das wäre in den prüden 50er Jahren noch völlig unmöglich gewesen.

Alle Industrienationen maßen sich im technischen Fortschritt und deshalb konnten verschiedenste künstliche Materialien Einzug in die Mode halten und die Feinstrumpfhose gewebt werden. Diese war die perfekte Ergänzung zum Minirock und verhalf ihm ganzjährig zum Erfolg. Auch der futuristische Weltraumlook, der prägend für die 60er Jahre Mode ist, wäre ohne diese Entwicklungen gar nicht möglich gewesen.

Zwischenmenschlich bewegte sich ebenfalls etwas: die Antibabypille brachte die sexuelle Revolution, das Verhältnis der Geschlechter veränderte sich und eine gewisse Annäherung zeigte sich ebenfalls in der Kleidung. So trat die Hose ihren Siegeszug in der Frauenmode an und eroberte sich darin einen Platz, der seitdem unbestritten ist. Im Gegenzug sorgten Rüschen, Blumen und lange Haare für mehr Variabilität und Weichheit bei der Männermode und die Anzüge wurden schmaler, die Silhouetten androgyner.