Die Mode der sechziger Jahre

Der wichtigste Trend der 60er war definitiv der Minirock. Beim Erstabdruck eines Modells der Erfinderin Mary Quant in der Vogue 1962 löste er noch Empörung aus, doch schnell hielt er Einzug in viele Kleiderschränke und die neue Beinfreiheit wurde bald nur noch vom Vatikan und ähnlich Ewig-Gestrigen als Provokation empfunden. Kurze Röcke und Kleider gab es in vielen Variationen meist in leicht ausgestellter Form und knalligen Farben und sie wurden keinesfalls nur von Teenies getragen, die ganze weibliche Welt war im Minifieber (und die männliche wahrscheinlich auch). Im Sommer trug man Pumps dazu, im Winter ging die Minimode mit dicken ebenfalls farbigen Strumpfhosen und Stiefeln weiter. Sogar die Mäntel wurden extra kürzer, um den Mini und die entblößten Beine nicht zu verstecken.

Farbigkeit ist das zweite Stichwort für die Mode der 60er Jahre. Kunsttrends wie die Popart, die die schöne und bunte neue Warenwelt ikonisierte und die Op-Art, die grafische Muster und psychedelische Farben in immer neuen Spielarten variierte, standen Pate für diesen Trend.

Dabei wurden Outfits in einer satten Knallfarbe getragen, auch plakative und grafische Muster schwarz-weiß oder farbig, blühten auf der Kleidung.

Von der puristischen und klaren Einfarbigkeit und den grafischen Mustern ging die Mode der 60er gegen Ende des Jahrzehnts zum wildem Muster- und Farbmix der Hippie-Kleidung über.

Blumenmuster und Drucke bekamen dann eine übergeordnete Rolle, die sprichwörtliche Flower-Power war geboren.

Ein weiteres Schlagwort ist der Science-Fiction Trend. Der erste Mensch auf dem Mond und die Weltraumforschung überhaupt bewegten und faszinierten die Menschen.

André Courrèges, der wohl wichtigste Designer der 60er neben Mary Quant, entwarf futuristische Kollektionen aus den neuen Materialien Lack, Plastik und PVC. Glanz, Metallic und auch Transparenz waren dabei wichtige Themen. Auch Quant verwendete PVC und stellte daraus Regenmäntel und flache Stiefel her.

Außerdem wurde die Jeans von der Hose für rebellische Halbstarke, die sie in den 50ern noch gewesen war zur allgemein anerkannten Freizeit-Kleidung von Männern und Frauen, genauso wie sich bei der Herrenbekleidung insgesamt eine legere Linie durchsetzte, Polohemd und T-Shirt begannen ihren Siegeszug.

Kleidung und Trends waren stets auch Ausdruck der jeweiligen Gruppe oder Subkultur zu der man sich zählte. Mods trugen schmale Anzüge und Parkas, Rocker das weiße T-Shirt und die Lederjacke, Beatfans den Pilzkopf und die Hochwasserhosen, Hippies die Blumen und so weiter...